OstseeZeitung: Baden wie im Toten Meer

Binz. Schwere Technik rollte gestern in den frühen Morgenstunden in Binz an. Die drei jeweils drei Tonnen schweren Bauteile des neuen Thermal-Außenschwimmbeckens für das Seehotel „Binz-Therme“ trafen mit Schwerlasttransportern aus Minden ein. Nervenaufreibende und zeitaufwendige Millimeterarbeit bei allen Beteiligten war angesagt, um die Beckenteile zu ihrem Standort hinter dem Hotel am Dünenwald zu bugsieren.

Dennoch: Wolfgang Möser, geschäftsführender Gesellschafter der Binz-Therme, hatte ein Strahlen im Gesicht. Wo derzeit noch Baustelle ist, sieht er schon den neuen Badetempel vor seinem geistigen Auge. 2,4 Millionen Euro — bei 30-prozentiger Förderung — werden in den Um- und Ausbau des Wellnessbereiches investiert. Vor dem bereits existierenden Schwimmbad- und Saunabereich des Hotelkomplexes entstehen neue Anbauten für Ruheräume sowie für einen neuen Sport- und Fitnessraum. Durch einen Verbindungsgang kann man dann zum neuen Außenbecken gelangen. Das wird einen Durchmesser von zehn Metern haben und mit einem breiten Rand für Liegen umgeben sein.

Der Clou: Aufgefüllt wird es mit dem Wasser aus der hauseigenen Thermalquelle. „Es hat die gleiche konzentrierte Mineralisierung wie die Ursole in 1222 Metern Tiefe“, so Möser. „Durch den hohen Solegehalt von 18,3 Prozent werden sich die Besucher fühlen, als schwimmen sie im Toten Meer.“ Das Thermalwasser soll unaufbereitet ständig aus der Quelle mit seiner natürlichen Temperatur von 26 Grad zufließen.

Um das neue Außenbecken wird ein gläserner Rundbau entstehen, der im Sommer beidseitig geöffnet werden kann. Außerdem wird der Außenbereich mit weiteren Liegeplätzen und Ruhezonen und viel Grün gestaltet, so Möser.

Im April nächsten Jahres soll alles fertiggestellt sein und in Betrieb gehen. Derzeit wurde auch damit begonnen, der Fassade einen neuen Anstrich zu geben. Außerdem wurde das Restaurant des Hotels neugestaltet und eine Schauküche eingerichtet. Durch den neuen Wintergarten wurden 60 zusätzliche Plätze geschaffen. „Wir haben in diesem Jahr dann insgesamt drei Millionen Euro in infrastrukturelle Maßnahmen investiert“, sieht Möser das Geld für die Zukunft gut angelegt. Das Hotel, das seit 1998 erfolgreich am Markt ist, sei kaum einen Monat unter 50 Prozent ausgelastet.

Mit den Ferienwohnungen stehen rund 600 Betten zur Verfügung. Der Betrieb läuft ganzjährig, im Winter wird niemand entlassen. „Wir haben mal mit zwei Mitarbeitern angefangen, jetzt sind wir 140“, sagt Wolfgang Möser nicht ohne Stolz.

GERIT HEROLD, OZ

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